Geschlossene Ablehnungsfront

Bei Bürgerversammlung zu städtischen Gewerbegebietsplänen kündigen die Ilmendorfer "Widerstand bis zum Schluss" an

Ilmendorf (GZ) "Das ist sicher ganz toll geplant, aber wir wollen das hier nicht. Die Grenze unserer Belastbarkeit ist erreicht." - Mit dieser Aussage eines Ilmendorfers lässt sich zusammenfassen, was die Bevölkerung des Ortsteils über die von der Stadt geplante Gewerbegebietserweiterung denkt. In der Bürgerversammlung am Montagabend kündigten nicht nur die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Widerstand bis zum Schluss" an.


Rappelvoll war es zur Ilmendorfer Bürgerversammlung in der Ilmtaferne, wobei sich mit Marcel Mahr von der Scherm-Gruppe (links vorne) auch der Projektentwickler der umstrittenen Gewerbeprojekts in die "Höhle des Löwen" gewagt hatte. Foto Kohlhuber

Wie sehr das Thema die Ilmendorfer bewegt, zeigte der Versammlungbesuch. Rappelvoll war es in der Ilmtaferne, und dies sogar in der oberen Etage. In die "Höhle des Löwen" gewagt hatte sich auch mit Marcel Mahr von der Scherm-Gruppe auch der Projektentwickler, der das Vorhaben zusammen mit der Geisenfelder Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) in den zurückliegenden beiden Jahren vorangetrieben hatte.

Hannes Hetzenecker als SEG-Geschäftsführer oblag es, die Grundzüge des Projektes vorzustellen. Zu der Frage aus der Zuhörerschaft nach der Höhe des geplanten, 60000 Quadratmeter großen Hallentrakts ließ der SEG-Geschäftsführer wissen, dass hier im vorderen Bereich, zur Straße hin, 30 Meter vorgesehen seien. "Das hört sich hoch an", sagte Hetzenecker und erntete damit höhnisches Gelächter - auch wenn er erläuterte, dass die neuen Kaufland-Hallen ähnlich hoch würden.

Die gleiche Reaktion gab es dann für den Bürgermeister, als dieser im Rahmen der Diskussion das Arbeitsplatz- und das Radweg-Argument zugunsten des Gewerbeprojektes ins Feld führte. Mehrere Ilmendorfer wiesen darauf hin, "dass keiner hier von dieser Art von Arbeitsplätzen profitiert". Und was den im Zuge der Straßenverlegung entstehenden neuen Radweg angeht, so wurde dieses Argument mit beißender Ironie gekontert: "Da bekommen wir schon einen extrem hohen Erholungswert, wenn wir an einer 30 Meter hohen Halle entlangradeln dürfen."

Von den Diskussionsteilnehmern wurde aber auch der enorme Flächenfraß ins Feld geführt. Da gebe die große Politik zu diesem Thema vollmundige Versprechungen von sich, und in der Praxis vor Ort mache man das genaue Gegenteil. "

Nach Beendigung der Versammlung appellierten die Vertreter der Bürgerinitiative, die das umstrittene Projekt mit einem Bürgerentscheid verhindern will, an die Ilmendorfer, "den Kampf aufzunehmen" und sich in die Unterschriftenlisten einzutragen. Schon jetzt habe man weit über 1000 Unterschriften gesammelt hieß es. Für den Bürgerentscheid würde es sich nach Meinung der Initiatoren anbieten, diesen zusammen mit den Europawahlen im Mai abzuhalten. Nicht nur um Kosten zu sparen, sondern auch, um ein "möglichst breites Meinungsbild zu erhalten".

Von Gerhard Kohlhuber
PK: 21.11.2018