Presse

 Straffes Programm für die Zukunft

Die Aktiven Vohburger blicken bei ihrer Jahresversammlung bereits auf 2020 voraus

Vohburg (DK) Sie wollen sich auf dem Erreichten nicht ausruhen: Die Aktiven Vohburger schmiedeten bei ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend Pläne für 2018. Außerdem beleuchteten sie das vergangene Jahr.

Immer treu dem Motto „Mensch, Natur, Kultur": Jeden dieser Bausteine berücksichtigten die Aktiven Vohburger bei ihren Aktionen im Jahr 2017. Im Bereich Mensch besuchten sie anlässlich des Ferienpasses mit rund 25 Kindern den Playmobil-Funpark. Bezüglich des Themas Natur wandelten sie bei einem Leuchtabend auf den Spuren der Nachtfalter unter der Anleitung Robert „Dackel" Hirmers. Mit einer Podiumsdiskussion holten die Aktiven nicht nur sechs Kandidaten der Bundestagswahl, sondern auch politische Kultur nach Vohburg.

„Obwohl wir 2017 viel geschafft haben, wollen wir weiterhin vorwärts marschieren", motivierte der Vorsitzende Marcus König die Mitglieder. Ein straffes Programm für die Zukunft ist schon zusammengestellt: Zwei Mitteilungsblätter sollen erscheinen, ein Aktiver Wandertag die Mitglieder entlang des Donaudurchbruchs führen und ein Weinfest auf dem Burgberg am Bürgerfestfreitag viele Gäste anlocken. Im Sommer dürfen sich die Ferienpasskinder beim „Überleben in der Wildnis" austoben, im Winter steht ein Vortrag auf dem Plan. Außerdem ist eine Politikveranstaltung zur Landtagswahl angedacht, bei der Bürger mit Kandidaten hautnah diskutieren können.

Auf einer Klausurtagung sollen noch mehr Pläne geschmiedet werden - rund um das Thema Fahrtrichtung 2020. „Wir müssen besprechen, welche Wünsche noch offen sind und wohin wir wollen. Und das einen ganzen Tag lang, nicht nur zwischen Tür und Angel“, erklärte König. Die gesteckten Ziele lassen sich auf Basis der – von allen Mitgliedern gelobten – Kassenführung von Caroline Lindner gut verwirklichen: Sie konnte eine positive Bilanz ziehen. Darüber hinaus erleichtert eine Satzungsänderung die Arbeit zukünftig. Die Wahlperiode der Vorstände wird verlängert. Sie sind jetzt nicht mehr zwei, sondern drei Jahre in ihrem Amt. So können sie sich tiefer in Ihre Aufgaben einarbeiten. Das wurde 2017 beschlossen und in der Abstimmung einstimmig angenommen. Durch den Jahresrückblick aus dem Stadtrat hielt die Beisitzerin und zweite Bürgermeisterin alle Mitglieder auf dem Laufenden, was Vohburg momentan bewegt.

Von Laura Schabenberger
DK: 17.04.2018

Nichts zu sagen

Der Ärger der AV über Geisenfeld ist noch nicht verraucht

Vohburg (DK) Die Aktiven Vohburger können das Thema noch nicht ad acta legen. Sie setzen noch einmal nach und erläutern die Vohburger Kritik an der Geisenfelder Informationspolitik im Detail - und werden aber auch emotional. Stadtrat Werner Ludsteck spricht von Wut und Enttäuschung.

Die Unstimmigkeiten mit der Nachbargemeinde Geisenfeld treiben Werner Ludsteck noch immer um. Er hatte bereits in der jüngsten Sitzung des Vohburger Stadtrats das Thema angesprochen, und nachdem Geisenfelds Bürgermeister Thomas Staudter (USB) die Kritik energisch zurückgewiesen hat, will Ludsteck die Vohburger Sicht noch einmal darlegen. Ihm geht es darum, dass Geisenfeld wesentliche Bauvorhaben an der Grenze zu Vohburg auf den Weg bringt, ohne vorher ein "Sterbenswörtchen mit Vohburger Verantwortlichen gewechselt" zu haben. Ludsteck zählt drei Beispiele aus den vergangenen Jahren auf. Erstens das Projekt Ilmendorf Nord mit Planungen für ein Unternehmen des VW-Konzerns. Schon damals herrschte laut Ludsteck großes Unverständnis über die Nichtinformation. Die Pläne selbst sind dann im Sande verlaufen.

Dem folgte Ilmendorf Nord II mit Planungen für ein 20 Hektar großes Gewerbegebiet, das derzeit geprüft wird. Wieder gab es aus Geisenfeld keine Informationen vor dem Grundsatzbeschluss. Ludsteck verweist darauf, dass in vielen persönlichen Treffen der AV mit Staudter die Verärgerung klar zum Ausdruck gebracht wurde. "In den Gesprächen haben wir versucht, unsere Position verständlich zu machen", sagte Ludsteck. Und er sei eigentlich der Auffassung gewesen, dass Bürgermeister Staudter dies verstanden habe. Umso überraschter zeigten sich Ludsteck und Co., dass es nun zum dritten Mal - beim Antrag zu einem Hotel mit 80 Betten an der Birkenheide - keine "gutnachbarliche Basiskommunikation" gegeben habe. Er fragt in Richtung Geisenfeld, ob es nicht möglich gewesen wäre, dass der Geisenfelder Bürgermeister den Telefonhörer in die Hand nimmt, um seinen Vohburger Amtskollegen zu informieren. "Es kam nichts", moniert er und fügt hinzu: "Da muss man sich nicht wundern, wenn Nachbarn verärgert reagieren." Ludsteck stellt dabei keineswegs die Planungshoheit Geisenfelds infrage. Ihm ist auch bewusst, dass es keine rechtliche Pflicht zur Information gibt. "Das ist uns allen bekannt." Er gibt aber zu bedenken, dass die wesentlichen Beeinträchtigungen dieser Projekte die Bürger von Ilmendorf, Hartacker, Rockolding und Vohburg erleiden werden. Die Kernstadt Geisenfeld hat dagegen nur die Vorteile. Ludsteck weiter: "Bei der Hochwassergefahr, beim gewerblichen Flächenverbrauch, bei der industriellen Umweltbelastung, beim Lärm ist der gemeine Vohburger sehr sensibel." Die AV hätten erwartet, dass Geisenfeld fragt, ob es aus Vohburger Sicht grundsätzliche Bedenken, etwa bei den Themen Hochwasser, Lärm, Verkehr oder Naturschutz gebe. Das ist auch diesmal nicht geschehen. Ludsteck: "Das geht in einer guten Nachbarschaft gar nicht und ruft nur Enttäuschung und Wut hervor."

Ludsteck schließt auch nicht aus, dass diese Unstimmigkeiten Auswirkungen auf die landkreisweite Zusammenarbeit haben werden. Bekanntlich bilden die Aktiven Vohburger und die Geisenfelder USB im Kreis gemeinsam die AUL-Liste.

Trotz dieser Querelen sieht Ludsteck die gute Nachbarschaft nicht in Gefahr. Er vergleicht es mit einem alten Ehepaar. "Ab und zu gibt's halt mal einen reinigenden Disput."

Von Markus Meßner
DK: 14.03.2018

Von Platzhirschen und Neulingen

Vohburg (sbl) Am Ende waren sich alle einig - es war eine gelungene Veranstaltung. Und vor allem eine Veranstaltung, die auf großes Interesse stieß: Der Kultur-Stadl war gut gefüllt, die Fragen der Gäste an die Kandidaten auf dem Podium waren zahlreich.

Die Zeit reichte kaum, um auf alle Meldungen aus dem Publikum einzugehen. Die Gäste diskutierten währenddessen murmelnd miteinander, hinterher fanden sie sich in kleinen Gruppen zusammen, wo sie sich über die einzelnen Positionen unterhielten. "Man sieht, das sind Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen. Wir wollten etwas gegen die Politikverdrossenheit machen. Für die breite Masse", erklärt Marcus König, einer der Moderatoren. Genau deshalb hielten die meisten Gäste bis zum Schluss durch. Auch wenn die Podiumsdiskussion eine Stunde länger als geplant dauerte, die Temperatur im Saal stieg und die Diskussion nicht immer so hitzig war, wie es sich der zweite Moderator Werner Ludsteck gewünscht hätte: "Die Kandidaten diskutierten auf dem Podium seriös und ausgewogen. Auch wenn ich persönlich ein bisschen mehr Pfeffer gewollt hätte. Aber es war lebhaft."

Einmal alle Persönlichkeiten live, statt nur auf dem Wahlplakat zu erleben, war für viele ein Anreiz, zu kommen. Die Podiumsdiskussion lockte auch Menschen an, die bereits gewählt hatten. So zum Beispiel einen Mann aus Wolnzach: "Ich bin hierher gefahren, um einmal alle auf einem Fleck und mit den gleichen Fragen konfrontiert zu sehen. Man hat gemerkt, die erfahrenen Platzhirsche wie Erich Irlstorfer und Eva Bulling-Schröter hatten einen riesen Vorteil. Die Jungen müssen da noch ein bisschen mehr reinkommen." Ein Gast aus Vohburg ergänzt: "Aber nichtsdestotrotz haben sich auch sie wacker geschlagen. Vor allem der Kandidat der SDP hat das für den Anfang wirklich gut gemacht."

Doch auch die Chance, alle Kandidaten einmal auf Herz und Nieren geprüft zu sehen, zog Zuschauer an. "Es war interessant zu hören, wie einmal ihr Fachwissen abgeklopft wurde. Meiner Meinung nach war es völlig daneben, was manche Parteien zum Beispiel bezüglich Bildungsgerechtigkeit und eines gleichen Abiturs von sich gegeben haben", sagt Vitus Schwärzer.

Für viele war es ein Ausblick auf die Entscheidung am Sonntag; über mögliche Prozentergebnisse spekulierten die Gäste. Einer prognostizierte 30 Prozent für die CDU/CSU und jeweils 20 für die SPD und die AfD - auch wenn das nicht sein Wunsch sei. "Auch für Erstwähler oder Unentschlossene war das mit Sicherheit eine gute Gelegenheit, um sich von einem Kandidaten oder einer Partei überzeugen zu lassen", führt eine Frau aus Dünzing an.

Das Fazit eines Gastes aus diesem Abend war: "Es wird Zeit, dass endlich Sonntag ist und gewählt wird."

Von Markus Meßner
DK: 21.09.2017

Politiker-Stadl

Bei der Podiumsdiskussion in Vohburg versuchen die Kandidaten, sich kurz vor der Wahl in Szene zu setzen

Vohburg (DK) Die Podiumsdiskussion der Bundestagskandidaten am Mittwochabend in Vohburg ist auf gute Resonanz gestoßen. Rund drei Stunden wurden Argumente ausgetauscht, Positionen vertreten - und Aversionen gepflegt.


Applaus für die Kandidaten: Gut gefüllt war der Kultur-Stadl in Vohburg bei der Podiumsdiskussion der Bundestagskandidaten. Rund drei Stunden stellten sich Eva Bulling-Schröter (Die Linke, rechts von oben), Andreas Mehltretter (SPD), Erich Irlstorfer (CSU), Kerstin Schnapp (Grüne), Johannes Huber (AfD) und Thomas Neudert (FDP) den Fragen der Moderatoren und des Publikums. - Foto: Meßner

So einfach es ist, am Sonntag zwei Kreuze zu machen, so schwerfällt dem ein oder anderen die Antwort auf die Frage nach der richtigen Stelle. Welchem Kandidaten, welcher Partei das Vertrauen schenken? Der Ansatz der Aktiven Vohburger, alle Kandidaten bei einer Diskussionsrunde zusammenzubringen, stieß auf einige Resonanz. Der Kultur-Stadl war gut gefüllt. Doch so ein Aufeinandertreffen der Kandidaten kann auch anstrengend sein. Am Ende waren es fast drei Stunden, in denen Positionen, Unterschiede und Aversionen ausgetauscht wurden. Die beiden Moderatoren Werner Ludsteck und Marcus König kündigten an, verbal "auch einmal dazwischengrätschen" zu wollen, doch das war kaum nötig. Dass überraschendste Ereignis des Abends war wohl, als Andreas Mehltretter (SPD) sein Wasserglas umstieß. Thomas Neudert (FDP), Eva Bulling-Schröter (Die Linke, in Vertretung von Guido Hoyer), Erich Irlstorfer (CSU), Mehltretter, Kerstin Schnapp (Grüne) und Johannes Huber (AfD) vertraten ziemlich vorhersehbar ihre Positionen, gut informiert, vorbereitet und routiniert am Ende eines Wahlkampfes mit der Erfahrung vieler Veranstaltungen. Lediglich Huber kam einmal gehörig ins Stocken, als er nicht mehr wusste, ob die AfD nun Alleinerziehende unterstützen will oder nicht.

Nach dem Willen der Zuschauer wurden vier Themen behandelt: Arbeit und Soziales, Bildung, EU und Migration, Umwelt und Verkehr.

Nacheinander stellten Ludsteck und König ihre Fragen an die Kandidaten, die rund 90 Sekunden Zeit hatten, zu antworten. Gerade die beiden Bundestagsmitglieder Bulling-Schröter und Irlstorfer punkteten mit ihrer Erfahrung. Mindestlohn hoch auf zwölf Euro, Leiharbeit verbieten. Punkt. Klar und bestimmt vertrat Bulling-Schröter ihre Positionen. Auch Irlstorfer antwortete routiniert, vor allem, als das Thema Pflege angesprochen wurde, warf er sein Fachwissen als Mitglied des Gesundheitsausschusses in die Wagschale. Die Diskussion ging stellenweise auch ins Detail, als es beispielsweise um die Leiharbeit oder die Rente ging. Irlstorfer warb etwa für eine Flexibilisierung des Renteneintritts.

Sowohl Neudert als auch Mehltretter zeigten sich ausgezeichnet vorbereitet, argumentierten ruhig und sachlich. Direkt neben Bulling-Schröter sitzend, argumentierte der FDP-Kandidat gerade im Bereich Arbeit und Soziales in eine ganz andere Richtung. Während etwa die Linke die Leiharbeit verteufelt, meint Neudert, dass Leiharbeit nicht grundsätzlich schlecht sei.

Richtig in die Offensive ging AfD-Kandidat Huber, als es um die Migration ging. Er monierte, dass es immer noch zu viele unregistrierte Flüchtlinge gebe, Deutschland müsse die Grenze dauerhaft sichern und Flüchtlinge auch ohne Pass abschieben. Nach seinen Ausführungen konterten die anderen Kandidaten und warfen ihm vor, falsche Zahlen und Halbwahrheiten zu verbreiten. "Wie erbärmlich", warf Irlstorfer dazwischen.

Das letzte Thema, Umwelt und Verkehr, ist naturgemäß ein Heimspiel für die Grünen. Schnapp stellte die Position ihrer Partei vor. Sie ärgerte sich über den Betrug der Automobilhersteller beim Diesel-Skandal und postulierte, dass 2030 nur noch Autos zugelassen werden sollten, die emissionsfrei unterwegs sind - natürlich mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien.

Zu diesem Zeitpunkt war die Diskussion allerdings schon weit fortgeschritten, Bulling-Schröter blies die Backen auf und schenkte ihrem Mobiltelefon bereits mehr Aufmerksamkeit als der Diskussion.

Zu guter Letzt durfte jeder der Kandidaten noch eine Minute lang werben. Für Mehltretter ist es eine Richtungswahl am Sonntag: verwalten oder gestalten. Huber will mehr direkte Demokratie, Neudert weniger Bürokratie. Irlstorfer hofft durch die Wahl ein Zeichen für Europa zu setzen, Schnapp hätte gerne ein Zeichen für den Klimaschutz. Und Bulling-Schröter möchte den Menschen im Mittelpunkt wissen. In einem waren sich alle einig: Wählen gehen am Sonntag.

Von Markus Meßner
DK: 21.09.2017

Sechs auf einen Streich

Am Mittwoch treffen in Vohburg die Bundestagskandidaten bei einer Podiumsdiskussion aufeinander

Vohburg (DK) Wählen gehen ist einerseits ganz einfach. Das mit dem Kreuz dürfte jeder hinbekommen. 


Freuen sich auf den Schlagabtausch: Zwei der Organisatoren - Marcus König (links) und Matthias Kolbe.

Foto Meßner

Andererseits ist es aber doch nicht so einfach, denn es stehen mehrere Kandidaten zur Wahl. CSU-Kandidat Erich Irlstorfer ist als Bundestagsmitglied natürlich haushoher Favorit für den Sieg bei den Erststimmen, aber das heißt nicht automatisch, dass er auch gewinnen wird. Am Mittwoch, 20. September, ergibt sich ab 19.30 Uhr im Kultur-Stadl am Burgberg nun die Gelegenheit, alle sechs Kandidaten auf einen Fleck zu begutachten. Außer Irlstorfer sind das Andreas Mehltretter (SPD), Kerstin Schnapp (Grüne), Thomas Neudert (FDP), Guido Hoyer (Linke) und Johannes Huber (AfD). Diese Auswahl haben die Veranstalter getroffen, die Aktiven Vohburger (AV). Sie haben sich dabei an die Parteien gehalten, die eine realistische Chance auf den Einzug in den Bundestag haben. Deshalb sind die Kandidaten etwa der Bayernpartei oder der ÖDP nicht eingeladen worden. Moderiert wird der Abend von Marcus König und Werner Ludsteck. König und sein AV-Kollege Matthias Kolbe erzählen im Gespräch mit unserer Zeitung, wie der Abend laufen wird und wie sich auch die Zuschauer einbringen können.

Wird die Podiumsdiskussion der hiesigen Bundestagskandidaten auch so langweilig wie das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz?

König: Nein, ich denke nicht. Wir haben Politiker aller relevanten Parteien da und spannende Themen ausgesucht.

Kolbe: Ich glaube auch, dass die Politiker selbst schon mehr zu streiten haben, als SPD und CSU alleine. Wir haben ja alle da.

Es kommen also ausnahmslos alle Direktkandidaten nach Vohburg.

König: Ja und wir sind froh, dass es trotz der Terminverschiebung geklappt hat. So können wir den Bürgern das ganze Spektrum bieten.

Schaut man sich den Wahlkreis Freising an, dann liegt Vohburg ziemlich am Rand. Wie war denn die Resonanz der Kandidaten, als die Anfrage kam, ausgerechnet hier eine Podiumsdiskussion zu veranstalten?

König: Jeder ist sofort darauf angesprungen und hat gesagt: Dem will ich mich stellen. Die meisten haben sofort zugesagt. Das zeigt deutlich, dass Vohburg nicht am Ende der Welt liegt. Auch der Ablauf ist bei den Teilnehmern gut angekommen.

Was heißt das konkret?

König: Die Besucher können die Themen, über die gesprochen wird, mitbestimmen – anhand von Gewichtungen.

Und wie läuft das ab?

Kolbe: Jeder Besucher bekommt am Eingang drei Bälle. Es stehen zehn Boxen bereit, beschriftet mit den unterschiedlichen Themen wie Umwelt- oder Asylpolitik. Darin kann er die Bälle verteilen, wie er möchte. Es ist also möglich, die Bälle auf drei Boxen zu verteilen oder auch alle in eine Box zu werfen. In welcher Box am meisten Bälle sind, mit diesem Thema beginnen wir.

Wie viele Themen werden behandelt?

Kolbe: Wir schätzen etwa fünf. Es kommen die Themen dran, für die das größte Interesse besteht. Für jedes Thema haben wir etwa 20 Minuten Zeit eingeplant und uns Fragen überlegt.

König: Die wir im Vorfeld natürlich nicht preisgeben werden.

Gibt es auch regionale Themen oder geht es um die große Politik von Dieselskandal bis Erdogan?

König: Es geht vor allem um die großen Themen, aber da durchaus in die Tiefe.

Wie verhindern Sie, dass die Politiker ausschweifen?

König: Jede Antwort wird auf etwa zwei Minuten begrenzt. Wenn der Redner sein Thema rüberbringen will, muss er also gezielt und konkret antworten.

Kolbe: Das war ja auch ein wenig das Problem beim TV-Duell. Da wurde auf einigen Themen lange herumgeritten. Genau das wollen wir vermeiden.

Und wie?

König: Es wird einen Zeitmanager geben, der nach zwei Minuten einen Gong ertönen lässt. Das ist das Zeichen: Jetzt zum Schluss kommen.

Das klingt nach einer langwierigen Frage-Antwort-Runde. Besteht denn auch die Gelegenheit zur Diskussion? Also kann ein Kandidat direkt auf einen anderen reagieren?

König: Das geht natürlich auch. Außerdem wird es nach jedem Themenblock eine Publikumsrunde geben. Da haben dann die Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dadurch wird das Format lebendiger.

Wie wollen Sie die Politiker aus der Reserve locken?

König: Na ja, es gibt mit Sicherheit Aussagen von manchen Politikern, die nicht mit der Position ihrer Partei übereinstimmen. Da wollen wir schon einmal nachfragen, wie diese Diskrepanz zustande kommt.

In den Kultur-Stadl passen maximal 200 Gäste. Mit wie viel rechnen Sie?

Kolbe: Ob wir den Kultur-Stadl voll kriegen, bleibt abzuwarten, ich denke eher nicht.

König: Die Zuschauer werden wohl nicht um ihre Plätze kämpfen müssen, aber ich bin der Meinung, dass ein gewisses Interesse vorhanden ist – das gilt ja auch für die örtlichen Parteien hier in Vohburg.

Kolbe: Ich glaube schon, dass die Veranstaltung attraktiv ist, weil eben alle Direktkandidaten dabei sind, also die Personen, denen man am Sonntag dann auch seine Stimme geben kann.

Wie läuft denn die Vorbereitung auf die Diskussion?

König: Wir haben zunächst die Themenblöcke fixiert, dann die Fragen überlegt. Diese werden jetzt noch einmal nachjustiert. Wir schauen einfach, was in diesen Tagen noch dazukommt. Dann gehen wir in die Offensive und sind neugierig, was die Kandidaten zu bieten haben.

Die Aktiven Vohburger sind ja selbst eine politische Gruppierung. Kommt es da nicht zu Interessenkonflikten?

König: Aufgrund der rein kommunalpolitischen Verankerung der AV haben wir bundespolitisch gesehen die dafür nötige Neutralität.

Aber wenn man die Ausrichtung der AV näher betrachtet, kann man eine gewisse Nähe zu den Grünen nicht verleugnen, oder?

König: Darum haben wir sie auch eingeladen (lacht).

Kolbe: Wir wollen uns möglichst neutral verhalten, kontroverse Fragen an alle stellen und die Kandidaten durchaus etwas kitzeln. Es soll keiner gemütlich auf dem Podium sitzen und Standardphrasen dreschen. Das gilt – wie gesagt – für alle Parteien.

Und wenn es kontrovers und hitzig wird?

Kolbe: Auch darüber haben wir im Vorfeld gesprochen. Wir haben uns überlegt, was passieren kann. Wenn die Kandidaten anfangen zu diskutieren, werden wir uns das eine gewisse Zeit anschauen – aber nicht ausufern lassen.

Das Gespräch führte Markus Meßner
DK: 15.09.2017

Politikern auf den Zahn fühlen

Vohburg (DK) Wer wollte das nicht mal schon machen? Politiker beim üblichen Talkshow-Gerede oder der Unverbindlichkeit plakativer Redensarten zu konkreten Ergebnissen und verständlichen Aussagen zwingen.


Rückblick Landtagswahl 2013 - Podiumsdiskussion der Kandidaten - die Aktiven Vohburger luden damals in den Bürgersaal des Vohburger Rathauses - Foto: Zöllner

Genau das haben die Aktiven Vohburger (AV) am Donnerstag, 14. September, um 19 Uhr vor. Auf Einladung der kommunalpolitischen Gruppierung kommen alle Direktkandidaten der sechs größten bundespolitischen Parteien nach Vohburg in den Kultur-Stadl und stellen sich der Öffentlichkeit. Für Vohburg und die Region wird dies ein politisches "Schmankerl". Eine Podiumsdiskussion mit Themen, die das Publikum vorher bestimmt, soll Klarheit in die politischen Positionen der Parteien und der Direktkandidaten bringen. Darüber hinaus kann sich jeder ein Bild über Charakter und Werte der Kandidaten machen. "Mehr Wahlinformation an einem Ort und in so kurzer Zeit geht nicht", sagt AV-Vorsitzender Marcus König in einer Mitteilung. Die Aktiven Vohburger wollen hierdurch der Bevölkerung gebündelte und neutrale Informationen anbieten, die den Wählern ihre Entscheidung erleichtern soll. Darüber hinaus gewährt ihre rein kommunalpolitische Verankerung die notwendige Neutralität für eine derartige Diskussion. Besonders junge Erwachsene sollen durch diese Veranstaltung angesprochen werden, es können auch direkt Fragen an die Podiumsteilnehmer gestellt werden. Ihr Kommen aus dem Wahlkreis Pfaffenhofen/Freising haben zugesagt: Erich Irlstorfer (CSU), Andreas Mehltretter (SPD), Kerstin Schnapp (Grüne), Thomas Neudert (FDP), Guido Hoyer (Die Linke) und Johannes Huber (AFD).

Jeder Besucher kann vor der Veranstaltung über entsprechende Punkte Themen seiner eigenen Wahl bestimmen. Die gesamten Bewertungsergebnisse werden nach der Vorstellung der Kandidaten präsentiert und entsprechend der Gewichtung der Besucher mit den Kandidaten "abgearbeitet". Die Kandidaten stellen sich für rund 90 Minuten der Diskussion untereinander und mit dem Publikum. Der Eintritt zu dieser AV-Veranstaltung ist frei.

 DK: 16.08.2017

Baulandpreise steigen in ungeahnte Höhen

Aktive Vohburger wollen kurzfristig sozialen Wohnungsbau in Vohburg

Vohburg (PK) Auf der vergangenen Stadtratsklausur beantragten die Aktiven Vohburger mehrere städtische Initiativen, um verschiedene Problembereiche kurzfristig zu lösen. "Wir wollen aktiv gestalten, das ist unser Selbstverständnis", sagt der AV-Fraktionssprecher Werner Ludsteck. "Wir verstehen uns auch als aktive ,Impulsgeber' und nicht nur, wie manche andere Stadträte, als reine Kritiker oder andererseits ,Dulder'."

Am Wichtigsten dabei ist für die Aktiven Vohburger ihr Antrag zum sozialen Wohnungsbau. Wie Erster Vorsitzender Marcus König und Fraktionssprecher Ludsteck erläutern, wolle man nicht weiter zuwarten, denn die Baulandpreise in der Region und auch in Vohburg steigen in ungeahnte Höhen. Junge Familien, Senioren und Personen mit niedrigerem Einkommen können sich in diesem Marktumfeld kaum ein Eigenheim leisten. Daher wollen die Aktiven Vohburger rasch tätig werden: Die Stadt Vohburg soll auf geeigneten Grundstücken ein bis zwei Immobilien mit jeweils mehreren Wohnungen errichten, die über ein entsprechendes Punktesystem an Antragsteller vergeben werden. Die anwesenden Stadträte und auch Bürgermeister Martin Schmid (SPD) stimmten der Initiative der AV zu, die nun in einer der nächsten Stadtratsitzungen detailliert beraten wird.

Darüber hinaus wollen die Aktiven Vohburger im Stadtrat die künftige Wachstumspolitik diskutieren, auch welchen "Flächenfraß" man dem eigenen Gemeindegebiet zumuten will. Die Aktiven Vohburger sehen das jährliche Bevölkerungswachstum eher bei maximal einem Prozent, also höchstens bei rund 80 Neubürgern. Andere Stadträte und auch der Bürgermeister rechnen mit 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr, also mit rund 120 bis 160 Neubürgern im Jahr. Beide Wachstumsannahmen differieren innerhalb von zehn Jahren bereits um rund 1000 Einwohner.

Die massiven Ausgaben für die Infrastruktur und der Flächenverbrauch sollen thematisiert und auch berechnet werden. Auch Fragen nach geeigneter Innenverdichtung und entsprechender Veränderung in den städtischen Bebauungsplänen stehen auf dem Programm. Einen wichtigen Verbesserungsbereich sehen die Aktiven Vohburger auch in der Radwegeführung zum Ulrich-Steinberger-Platz hin - sowohl von Norden als auch von Süden her. Weiterhin sollen praktikable und städtebaulich attraktive Radabstellmöglichkeiten im Zentrum untersucht und umgesetzt werden. Auch mit diesem Thema will man in einer der nächsten Stadtratsitzungen "weiterkommen".

Zuguterletzt diskutierten die Teilnehmer auf Vorschlag der Aktiven Vohburger die weitere Vorgehensweise zur Innennutzung des Pflegerschlosses. Hier existiert ja bereits eine Projektgruppe zur Erarbeitung und Finanzierung einer musealen Nutzung im Obergeschoss. Die Arbeitsaufträge an die Projektgruppe wurden konkretisiert und zeitlich abgesteckt, sodass wohl noch heuer mit realistischen Lösungsvorschlägen zu rechnen ist.

 PK: 19.04.2017

Marcus König ist neuer Vorsitzender

 Vohburg (DK) Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Aktiven Vohburger wurde der Vorstand neu gewählt. An der Spitze des Vereins steht nun Marcus König, der Peter Schärringer ablöste.


Neu aufgestellt: Marcus König (Mitte) ist neuer Chef der Aktiven Vohburger. Er hat den Posten von Peter Schärringer (links) übernommen. Caroline Lindner, Matthias Kolbe (4. v. l.) und Werner Ludsteck komplettieren das Führungsteam. - Foto: Aktive Vohburger

Werner Ludsteck und Peter Schärringer wurden zu gleichberechtigten Stellvertretern gewählt. Caroline Lindner wurde als Kassiererin und Matthias Kolbe als Schriftführer wiedergewählt. Das Votum der Mitglieder fiel bei der geheimen Wahl jeweils einstimmig aus. Bis auf den Wechsel an der Position des Vorsitzenden hat sich damit an der Führungsspitze nichts geändert.

Als Beisitzer wurden gewählt: Bianca Amann, Peter Betzenbichler, Roswitha Eisenhofer, Markus Hagn, Hans Heckmeier, Toni Pernreiter, Robert Hirmer, Otto Kaiser, Rudi Lindner, Thomas Schels und Sepp Steinberger.

Schärringer, der das Amt des Vorsitzenden aus zeitlichen Gründen abgab, erinnerte in seinem Rückblick an die kulturellen Höhepunkte des vergangenen Jahres. Dazu gehörten die Konzerte mit Rad Gumbo im Kultur-Stadl und Austria 4plus im Warmbadsaal in Irsching. Im Bereich der politischen Arbeit hob Schärringer das Engagement gegen das geplante Gewerbegebiet in Ilmendorf und die Anträge zur Verkehrsanalyse und zur Baulandpolitik im Stadtrat hervor. In zwei Mitteilungsblättern wurden die Bürger über die aktuellen Entwicklungen bei den Aktiven Vohburgern sowie im Stadtrat auf dem Laufenden gehalten.

"Egal, ob es um die Organisation der Veranstaltungen oder andere Aktivitäten geht - auf die tatkräftige Unterstützung unserer Mitglieder ist Verlass." Dieser Zusammenhalt sei eine der Stärken der Aktiven Vohburger, sagte der scheidende Vorsitzende. Caroline Lindner konstatierte anschließend in ihrem Kassenbericht, dass der Verein auf einer gesunden finanziellen Basis stehe.

Nach den Neuwahlen übernahm Marcus König die Leitung der Versammlung. "Ich freue mich auf dieses Amt und auf die Zusammenarbeit mit euch", sagte König zu den Mitgliedern und betonte: "Es ist mir ein Anliegen, die bisherige Arbeit fortzuführen und aktive Politik für Vohburg zu machen."

Im Anschluss behandelte der neue Vorsitzende den Tagesordnungspunkt zu einer Satzungsänderung, in der es um die Verlängerung der Amtszeit des Vorstandes von zwei auf drei Jahren geht.

Nachdem der Vorstand durch einen Grundsatzbeschluss den Auftrag erhalten hatte, die Satzungsänderung in die Wege zu leiten, wurde intensiv über die Stadtratsarbeit diskutiert. Wie schon in den Jahren zuvor wurden die Entwicklung der Baulandpreise und dessen sozialverträgliche Gestaltung besprochen. Die Mitglieder waren sich auch einig, dass die Natur und die Umwelt betreffende Themen wieder stärker in den Fokus genommen werden sollten.

 DK: 23.02.2017

 

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