"Nichts kommt künstlich in den Garten rein"

Vohburg (PK) 80 Frauen und Männer haben die gemeinsame Vortragsveranstaltung der Aktiven Vohburger sowie des Obst- und Gartenbauvereines Vohburg im Restaurant Olympia besucht.


Beim Vortrag in Vohburg: Peter Stoll, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauverein (von links), Referent Markus Gastl und Marcus König, Vorsitzender der Aktiven Vohburger.
Foto: privat

Zu Beginn ging Marcus König, der Vorsitzende der Aktiven Vohburger, auf die gemeinsame Zielsetzung beider Vereine ein, "naturnahe Gärten zu fördern und damit auch gleichzeitig den Lebensraum von heimischen Insekten und Vögeln zu verbessern".

 Referent Markus Gastl erläuterte dann Wege, Maßnahmen und Erfolgsrezepte zum sogenannten Drei-Zonen-Garten. "Hierbei werden drei Ziele gleichzeitig und gleichwertig angestrebt: Vielfalt, Schönheit und Nutzen. " Vielfalt bezieht sich laut Gastl vor allem auf die große Zahl heimischer Pflanzenarten, die wiederum Nahrung für die unterschiedlichsten Insekten und Vögel sind. Ihnen bringe nichts, wenn "standardisierte ausländische Containerpflanzen die Gärten schmücken, denn sie können diese nicht als Nahrung nutzen". Er sprach sich vor allem für die vielen einheimischen Nutz- und Zierpflanzen aus, weil nur diese die Nahrungskette der hiesigen Populationen garantierten.

Das Thema Schönheit sieht Gastl auch in den unterschiedlichsten Bodenstrukturen eines Gartens, der nicht nur humusreiche Flächen haben sollte, sondern auch Magerbereiche. Diese sollten mit steinigen Abschnitten, Totholzzonen und sandigen Becken versehen sein. "Schönheit entsteht hier ganz von selbst, denn heimische Pflanzen und Tierwelt siedeln sich nach und nach selbstständig an. "

Reichhaltigen Nutzen erhalte man durch eine Art Kreislaufwirtschaft im Garten selbst, wo das Mähgut immer im Garten selbst als Dünger genutzt wird. "Nichts kommt künstlich in den Garten rein und nichts geht raus", lautet hier seine persönliche Erfahrung. "Säen und pflanzen sie und schützen sie das sprießende Gemüse mit zusammengerolltem Mähgut" empfahl Gastl.

Weiter führte der Referent aus: Etwas Mut sei schon notwendig, um von herkömmlichen Schönheitsidealen Abstand zu nehmen und auch gegebenenfalls die eine oder andere Zierrose oder Geranie zu opfern. Er habe schon Unverständnis von Nachbarn erfahren, so Markus Gastl. "Heute gehört mein Garten nach rund zehnjähriger Reife zu den schönsten prämierten Gärten in Bayern. " Er hat viele Auszeichnungen erhalten. Darüber hinaus sind seine Bemühungen um Verbreiterung und Förderung von naturnahen Gärten sogar von der UN gewürdigt worden.

Nach einer kurzen Fragerunde schloss Marcus König die Veranstaltung. Er bedankte sich beim Obst- und Gartenbauverein für die gelungene Zusammenarbeit.

PK: 25.10.2019